Reise
Friaul - Italien mal anders

Zwischen den Karnischen Alpen und der Adria, angrenzend an Österreich, Slowenien und die venetianische Ebene liegt die Region Friaul, die sich um die Städte Triest, Udine und Grado ausbreitet. In diesem Landstrich, der so gar nicht dem typischen Bild von Italien entspricht, liefen über die Jahrhunderte mitteleuropäische, slawische und mediterrane Einflüsse zusammen. Diese kann man im Friaul sehen, schmecken und auch hören, denn die Region ist ausgesprochen multilingual und hat sogar eine eigene Sprache. Diese entstand dadurch, dass Friaul als Grenzgebiet immer eine große Rolle während kriegerischer Begegnungen spielte. Dabei kreuzten zahlreiche Sprachgruppen und Traditionen ihren Weg und formten eine vollkommen neue Art italienischer Kultur. „Mandi, Reisender!“, würde man beim Ankommen dort zu hören bekommen, „Mandi“ ist nämlich die friulanische Entsprechung von „Ciao“ und wird für das „Hallo“ und das „Tschüss“ verwendet. Man hört also: Die regionseigene Sprache Furlan gehört zu den romanischen Sprachen, klingt aber vollkommen konträr zum Italienischen. Dennoch wird sie von etwa 600.000 Menschen gesprochen, ist anerkannte Amts- und Schulsprache und wird teilweise auch in der Literatur verwendet. Die meisten Friulaner sprechen neben dieser Sprache ebenfalls Italienisch, Deutsch oder Slowenisch.
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